Ein Porzellanteller sieht schlicht aus — hinter ihm stehen ein halbes Dutzend Fertigungsschritte, zwei Brennvorgänge bei über 1.400 °C und exakt abgestimmte Rohstoffanteile. Der folgende Überblick beschreibt den klassischen Weg von der Rohmasse bis zum verkaufsfertigen Stück.

Die drei Rohstoffe

Klassisches Hartporzellan basiert auf einem Dreistoffsystem:

  • Kaolin (ca. 50 %) — weißer Ton, verantwortlich für die Farbe und Formbarkeit.
  • Feldspat (ca. 25 %) — Flussmittel, das die Masse beim Brand verglasen lässt.
  • Quarz (ca. 25 %) — Gerüstbildner für Stabilität und Weißgrad.

Die genaue Rezeptur ist Betriebsgeheimnis der jeweiligen Manufaktur und Grundlage der späteren Materialeigenschaften.

Aufbereitung und Formgebung

Die Rohstoffe werden zerkleinert, gemahlen, mit Wasser zu einer streichfähigen Masse (Schlicker) verarbeitet und über Siebe von Verunreinigungen befreit. Aus der Masse entstehen — je nach Endprodukt — durch Drehen auf der Töpferscheibe, Pressen in Formen oder Gießen in Gipsformen die Rohlinge.

Trocknung und Verputzen

Die geformten Stücke trocknen langsam an der Luft, verlieren dabei rund 8 % Volumen und werden anschließend „verputzt“: Nähte und Ansätze werden von Hand abgeschabt, Kanten geglättet. Ein Schritt, der bis heute bei hochwertiger Ware oft nicht automatisiert wird.

Der erste Brand: Glühbrand

Beim Glühbrand (ca. 900–950 °C) verliert der Rohling seine Bruchempfindlichkeit, bleibt aber porös. Er heißt jetzt „Biskuit“ und ist bereit für Glasur und Dekor.

Glasieren und Bemalen

Die Glasur wird per Tauchen, Spritzen oder Übergießen aufgetragen. Unterglasurdekore — meist Kobaltblau — werden vor der Glasur gemalt; sie überstehen den hohen Glasurbrand und sind besonders beständig. Aufglasurdekore folgen erst nach dem Glasurbrand.

Der zweite Brand: Glasurbrand

Der Glasurbrand bei 1.300–1.450 °C ist der entscheidende Schritt. Erst hier verglast die Masse zur dichten, weißen Scherbe. Aufglasurdekore werden in einem dritten Brand (ca. 800 °C) fixiert — bei diesen Temperaturen bleiben auch Gold- und Feinfarben stabil.

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Häufige Fragen

Wie viele Brände hat ein Porzellanteller?
Meist zwei, bei aufwendigem Dekor drei — Glühbrand, Glasurbrand und optional Dekorbrand.
Warum ist Porzellan so weiß?
Wegen des hohen Kaolin-Anteils und der Verglasung bei über 1.300 °C, bei der Verunreinigungen ausbrennen.
Was ist Unterglasurmalerei?
Ein Dekor, das vor der Glasur aufgetragen wird und den Glasurbrand übersteht — dauerhaft und wischfest.
Wie viel schrumpft Porzellan beim Brennen?
Insgesamt rund 12–15 % zwischen Rohling und fertigem Stück. Das wird bei Formentwurf einkalkuliert.

Von Marc

Wohnen bedeutet für mich mehr als nur ein Dach über dem Kopf – es ist ein Gefühl von Zuhause, Geborgenheit und persönlichem Stil. Hier teile ich meine Leidenschaft für Interior-Design, Dekoration und praktische Wohnideen mit dir. Ich liebe es, Räume zu gestalten, Trends zu entdecken und klassische Einrichtungselemente neu zu interpretieren. Mit meiner Erfahrung im Bereich Wohnen möchte ich dir kreative, alltagstaugliche und inspirierende Tipps geben, mit denen du dein Zuhause ganz nach deinem Geschmack gestalten kannst. Mein Ziel ist es, dich zu motivieren, dein Wohnumfeld so zu formen, dass es deine Persönlichkeit widerspiegelt und du dich rundum wohlfühlst. Viel Freude beim Einrichten und Wohlfühlen!